Blog-Event V: Brousi mit Späck & Spieguei
Da ich diesmal mit einem typischen Schweizer-Gericht am Blog-Event V teilnehme, bin ich etwas früher dran mit dem Rezept einreichen. Ich will ja nicht, dass jemand anders mein Thema präsentiert. ;-) Wie gamines Grosseltern waren auch meine Bauersleute. Ich verbrachte viel Zeit auf dem Hof. Meine Grossmutter hat sehr nach Saison gekocht, das heisst was es gerade im Garten gab, wurde direkt verarbeitet oder eingemacht. An ein spezielles Rezept von ihr kann ich mich leider nicht erinnern. Aber woran ich mich noch gut erinnern kann ist, dass mein Grossvater früh am Morgen raus musste um die Kühe zu melken. Bevor er in den Stall ging trank er ein Möuchkaffi* und ass ein Stück Buurebrot. Als er ein paar Stunden später von der Käserei, wo er die Milch abgeliefert hatte, zurück kam, gab es dann noch mal ein - aber diesmal währschaftes - Frühstück: Brousi mit Späck und Spieguei.

Der Speck stammte von den eigenen Schweinen und wurde selbst in der Räucherkammer geräuchert. Die Eier kamen frisch aus dem Hühnerstall und die Kartoffeln vom eigenen Garten.
Als Bürogummi braucht man keine solche Kalorienzufuhr mehr, und deshalb wird Brousi mit Späck und Spieguei heutzutage meistens zum Znacht serviert.
Brousi mit Späck und Spieguei
Rezept für 4 Personen
1 kg Härdöpfu* mehligkochend
60 g Späckwürfeli
Salz
2-3 EL eingesottener Anke*
4-8 Eier
Anke
Am Vortag: Härdöpfu ungeschält kochen. Gschwöuti* erst am anderen Tag verwenden.
Am nächsten Tag: Gschwöuti schälen, an der Röstiraffel reiben.

Späckwürfeli in der Bratpfanne etwas anbraten. Härdöpfu salzen und beifügen. Nach und nach Anke beigeben. Alles unter gelegentlichem Wenden bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten braten.
Mit Hilfe der Bratschaufel einen Brousikuchen formen. Ca. 5 Minuten weiterbraten, bis sich eine knusprige, goldbraune Kruste gebildet hat. Die Brousi in der Luft oder mit Hilfe eines Tellers wenden. Nach Belieben die zweite Seite braten. In der zweiten Pfanne Spiegueier mit den Spiegueier-Formen (hatte die Grossmutter natürlich noch nicht!) in Anken braten. Brousi auf einer Platte gleiten lassen, 1 Spieguei darauf geben, restliche Spiegueier auf eine Platte anrichten. Mit Salz würzen. Sofort servieren. Wer will kann Zusätzliche Späcktranchen braten und auf Brousi servieren.
Meine Grossmutter würzte nicht so stark. Ich würze die Brousi jeweils noch mit Pfeffer aus der Mühle und etwas Paprika.

Dazu passt ein Möuchkaffi.
* Uebersetzung
Brousi = Rösti, Röschti
Spieguei = Spiegelei
Späck = Speck
Härdöpfu = Kartoffeln
Gschwöuti = Gschwelti, gekochte Kartoffeln
Anke = Butter
Möuchkaffi = Milchkaffe
Ich weiss nicht ob Brousi ein familienspezifiesch Wort für Röschti ist. Gibt's noch andere da draussen, die Röschti so nennen?
Nein, ich bin keine Bernerin, sondern ein echtes Lozärner Landei!
















